Kim at STUZ

hello lovely German speaking friends, check out the article from one of my interviews...

they published the interview before the flea market event and thanks to Safak for the great talk!

                                   KUZ Goes Öko

                                   Bloggerin Kim sagt den Modegiganten den Kampf an.

                                   Auch wenn ihre ABF denkt, dass sie es nicht schafft.

                                                           Von Safak Sengül

So groß hatte Kim (23) sich das gar nicht vorgestellt. Dass sie am 2. August ihren eigenen Flohmarkt „Meins für Mainz“ im KUZ veranstalten würde, hätte sie selbst nicht gedacht. „Es war eine spontane Idee, ich mache das eher für mich. Aber es ist schön, wenn ich so viel positives Feedback bekomme.“ Seit Juni führt sie ein Selbstexperiment durch: ein Jahr lang nur noch nachhaltiger Kleiderkauf. Was das bedeutet? Second Hand, ethisch korrekt produzierte Kleidung und tauschen oder ausleihen unter Freunden. Die Idee kam der BWL-Studentin nach einer Vorlesung zum Thema Kapitalismus und Globalisierung. „Es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich wollte etwas machen, wusste nur noch nicht, was. Aus dem Gedanken heraus, dass Mode nicht zwingend die Umwelt belasten muss, ist dann die Idee mit dem Selbstversuch entstanden.“

Besonderen Wert legt sie darauf, ein realistisches Vorbild zu sein: „Manche sind da ganz extrem und haben dann nur 10 Teile im Kleiderschrank hängen. Mir geht es darum, einen gut umsetzbaren Weg für junge Leute aufzuzeigen, wie man auch mit knappem Budget und nicht allzu großen Umständen nachhaltig leben und einkaufen kann. Es muss nicht immer ganz oder gar nicht sein.“

Seitdem Kim ihren Blog www.kimgoesoeko.squarespace.com gestartet hat, hat sich auch ihr Denken erheblich verändert. Einkaufen wie früher bei H&M, Primark oder Zara ist für sie nicht mehr möglich. Wie auch, wenn man sich über miserable Arbeiterverhältnisse und Chemie-verseuchte Textilien der großen Firmen informiert? Modegiganten benutzen sogenanntes „Greenwashing“ alsImagereiniger, bringen „grüne“ Kollektionen raus und hoffen, dass die Masse es schluckt. Was hinter dem Vorhang geschieht, ist vielen nicht bewusst. Im Gegenzug dazu gibt es die „Slow-Fashion“ Firmen, die Kim unterstützt. Diese verkaufen Kleidung, die im Hinblick auf Ressourcen und Arbeitsverhältnisse ökologisch und menschenfreundlich produziert wird.

Kim möchte genau auf diese Diskrepanz der Modeindustrie aufmerksam machen: „Ich glaube fest, dass es Alternativen gibt. Mit meinem Blog und dem Flohmarkt will ich zeigen, dass es viele Möglichkeiten und Anfänge gibt, sein Leben zumindest etwas umweltbewusster zu gestalten“, erklärt Kim.

Auch Radfahren, geringerer Fleischkonsum und minimaler Plastikverbrauch gehören für sie dazu. Mit dem Umdenken verändert sich auch immer mehr ihr Alltag. Wo sie früher shoppen gegangen wäre, schreibt sie nun an ihrem Blog. Und das Gefühl, dass sie etwas verpasst, hat sie nicht.

Sie selbst profitiert in vielerlei Hinsicht von ihrem Selbstversuch: Spaß, gespartes Geld und ein bewussterer Konsum. Dass sie ein Jahr durchhält, davon ist sie überzeugt. Auch wenn sie momentan Geschäfte meiden und sich Sticheleien von Freunden und Familie anhören muss, bleibt sie konsequent: „Wenn meine ABF – meine allerbeste Freundin - durch einen Katalog blättert und mich spaßeshalber provoziert, denke ich: Jetzt erst recht!“